Louis Leuw (1828-1892)
12.6. — 17.8.2025
WinkelriedhausDas Nidwaldner Museum besitzt ein Konvolut von fast 300 Zeichnungen und Aquarellen des Künstlers Louis Leuw. Er stammte aus Stans und war Mitglied einer der regierenden Nidwaldner Familien. In den 1850er-Jahren stand er in neapolitanischen Diensten. Zeichnend und aquarellierend schuf er Sehnsuchtsbilder der idealen italienischen Landschaft.
Louis Leuw gehörte väterlicherseits einer Goldschmiedefamilie an. Seine Mutter Maria Anna Keyser war die Schwester des Bildhauers und Stabsoffiziers Franz Keyser (1804–1883) und des Kunstmalers und Obersts Heinrich Keyser (1813–1900). Leuw zog als junger Mann nach München, wo er bei seinem Onkel Heinrich wohnte und Kunst studierte. Nach dem Studium folgte er seinem Bruder nach Italien und wurde Offizier in neapolitanischen Diensten. Am Ende seiner militärischen Karriere stand er im Rang eines Hauptmanns (1860) und Majors im Generalstab in der Schweizer Armee (1865).
Die meisten Zeichnungen und Aquarelle, die das Nidwaldner Museum besitzt, stammen aus der Zeit seines Aufenthalts in Italien. Sie zeigen Landschaften und Städte Süditaliens, insbesondere Ansichten von Neapel und aus Sizilien, wo er sich während seines Dienstes für das Königreich beider Sizilien unter Ferdinand II. aufhielt. Eine Serie von datierten Zeichnungen belegt, dass er sich schon 1854 in Neapel befand, 1856 in Maddaloni und 1857–1858 in Palermo. Obwohl Louis Leuw Italien im Rahmen seiner militärischen Karriere kennenlernte, orientierte er sich in seiner Kunst an der Tradition der «Grand Tour». Höhepunkt dieser Bildungsreise, die vorwiegend junge Männer der europäischen Oberschicht zu den Stätten der klassischen Antike unternahmen, war Italien. Die Künstler der Romantik fanden in der italienischen Landschaft Inspiration und schufen Sehnsuchtsbilder einer idealen Welt. Leuws Skizzen wiederholen Motive bekannter Künstler der Klassik und der Romantik und bilden Tempel, Küsten, Stadtansichten, Grotten und Häfen ab. Louis Leuw brachte diese Motive zurück in die Heimat und dekorierte den Posthorn-Saal im Theater in Stans zum 50-Jahr-Jubiläum der Theatergesellschaft (1874) mit italienischen Landschaften. Seine Wohnung und sein Atelier in Stans befanden sich im oberen Stock des Hauses Leuw am Dorfplatz 8. Er wurde 1880 Präsident der Zeichenschul-Kommission und war der erste Zeichenlehrer von Robert Durrer (1867–1934), dem bekannten Historiker, Kunsthistoriker und Staatsarchivar.
Infos
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Saaltext
Medienecho
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Nidwaldner und Luzerner Zeitung_online Beitrag