Hans Küchler. Kleines Flugzeug
NM 04246
Hans Küchler wurde 1929 in Stans geboren. Im Alter von 15 Jahren begann er eine Lehre als Maschinenzeichner bei der Pilatus Flugzeugwerke AG. Die Firma war erst wenige Jahre zuvor, nach Kriegsbeginn im Dezember 1939, gegründet worden und beschäftigt heute als grösster Arbeitgeber des Kantons Nidwalden rund 2500 Angestellte. Als bedeutendster Flugzeughersteller der Schweiz erlangte die Pilatus Flugzeugwerke AG mit der Entwicklung des Pilatus Porter PC-12 einen weltweiten Durchbruch.
Hans Küchler erlebte die Entstehungsjahre der Firma hautnah mit und beobachtete die Flugzeuge, die auf dem nahe gelegenen Flugplatz Buochs und dem Testgelände starteten und landeten. Die Maschinen übten eine enorme Faszination auf ihn aus. Hier entstand sein Traum vom Fliegen, aber auch das zeichnerische Fundament, das seine späteren «Flüger» prägte. Nach seiner Lehre besuchte er die Kunstgewerbeschule in Luzern und arbeitete in Bern, Zürich und Olten, wo er seine Frau Rosmarie Schneider kennenlernte und sich niederliess.
Die Stelle als Leiter der Dekorationsabteilung bei der Kleider-Frey AG in Wangen bei Olten verliess er, als ihm 1962 vorgeschlagen wurde, Chefgrafiker bei der Schweizerischen Verkehrszentrale zu werden. Diese Arbeit machte ihn selbst sehr mobil, denn er musste weltweit die Schweiz als Ferienland präsentieren. Er baute in London, Wien, Paris und New York Ausstellungen auf, um den Schweizer Tourismus zu fördern. Küchler trug so zum aufstrebenden Tourismus in Nidwalden bei, der nach der verkehrstechnischen Erschliessung ab 1964 mit dem Bau der modernen Brücke für Autobahn, Kantonsstrasse und Eisenbahn zunahm. Er liebte es jedoch, in seine Wahlheimat Olten zurückzukehren, und arbeitete wegen der Folgen eines Unfalls nach 1972 immer mehr in seinem Atelier. Er pflegte weiterhin Beziehungen zu Galerien und Museen in der Innerschweiz. Als ihn die Stadt Olten mit der Gestaltung eines Fensters im Bahnhof beauftragte, kooperierte er mit der Glasi Hergiswil. Hans Küchler verstarb 2001 in Olten.
Der skurrile Flugapparat, den wir bis am 2. November 2025 in der Ausstellung «Meilensteine. Mobilität und wir» des Nidwaldner Museums sehen, wirkt fragil, doch zeigt er auch die Fantasie und den humorvollen Charakter des Künstlers. Mit abgerissenen Stücken einer Zeitschriftenseite, auf der man Bäume, den farbigen Himmel und Wolken erkennen kann, bildet Küchler die Flügel des gezeichneten Rumpfes. Die Collage stammt aus den 1980er-Jahren, in denen Küchler auch mit dieser Technik experimentierte.
Autorin: Eleonora Mariotta, Volontärin