Kaiserjassen

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Objekt des Monats Juni 2012

Fotografie «Kaiserjassen, Wolfenschiessen», Christoph Hirtler 1983, NM 11001
Fotografie «Kaiserjassen, Wolfenschiessen», Christoph Hirtler 1983, NM 11001

Mit Zwinkern und Zucken zum Erfolg

«Mugg», «Jos» und «Füfi» kommen nur beim «Chaiseren» ins Spiel. In Nidwalden ist der seltene Jass noch immer lebendig, wie eine Fotografie aus der Sammlung zeigt.

Der Kaiserjass in Nidwalden

«Chaiseren» ist ein Jass, bei dem Augenzwinkern, Achselzucken, das Rümpfen der Nase sowie andere Gesten für den Erfolg einer Partie entscheidend sind. Im Gegensatz zu einem normalen Jass ist die Kommunikation über das eigene Kartenblatt zwischen den Jasspartnern mittels den obengenannten offiziellen Zeichen erlaubt. Dieses «Deuten», also die Vorbereitung einer Runde, ist ebenso wichtig wie das eigentliche Ausspielen, denn nur die Punkte, die vorgängig auf die Tafel geschrieben werden, zählen schliesslich.
Das Kaiserspiel wird zwar als Jass bezeichnet, seine Regeln unterscheiden sich aber vollkommen von den Regeln der gängigen Jassarten. Das «Chaiseren» ist eher ein Strategiespiel und weist Ähnlichkeiten zum Schachspiel auf. Um den Kaiserjass zu erlernen, braucht es viel Zeit und Geduld, da jede Karte eine spezifische Funktion hat. Anfängern wird empfohlen, zuerst einmal die Hierarchie der Karten zu «büffeln». Gerade weil das Spiel kompliziert zu erlernen ist und einiges an Übung und Geschick erfordert, wird es immer weniger gespielt. Im Kanton Nidwalden aber wurde und wird viel für das Weiterbestehen des Spiels getan. Der Historische Verein Nidwalden führt jährlich eine Meisterschaft durch und lancierte im vergangenen Herbst einen weiteren Kaiserkurs zum Erlernen des Spiels. Daneben organisiert eine Gruppe von «Chaiserern» bereits zum 10. Mal eine Jahresmeisterschaft, die über vier Spielabende geht.

Unbeliebt bei der Obrigkeit

Das Kaiserspiel ist eines der ältesten Kartenspiele im deutschsprachigen Raum. Nachdem es im 15. Jahrhundert in Teilen Deutschlands, dem Elsass und in der Schweiz verbreitet war, ist es heute nur noch in Norddeutschland und in den katholischen Kantonen der Innerschweiz bekannt. Vermutlich wurde der Jass durch Söldner aus Italien in den Norden gebracht. Nur in der Innerschweiz wird der Jass Kaiserjass genannt, ansonsten ist es das Karnöffel- oder Karniffelspiel. «Karnöffel» scheint ein Schimpfwort für einen groben Gesellen gewesen zu sein, obwohl man sich über die genaue Wortbedeutung nicht einig ist. Die Bezeichnung wurde denn auch als Spottwort für ungeliebte Kardinäle gebraucht. Auch die Karten, besonders ältere Kartensujets des Kaiser- oder Karnöffelspiels, machen die Standesunterschiede zwischen Volk und Obrigkeit deutlich. Der «Under», der als Bauer dargestellt wird, zeigte auf der Karte oft «Unanständigkeiten» und kann zudem im Spiel den König stechen. Das Spiel wurde bei der Obrigkeit nicht gern gesehen, nicht zuletzt, weil oft um Hab und Gut gespielt wurde. So wurde der Kaiserjass in der Schweiz, aber auch das Karnöffelspiel in anderen Gegenden mehrere Male verboten.

Blick auf die Menschen

Die  Fotografie «Kaiserjassen, Wolfenschiessen» ist aus dem Jahr 1983 und stammt von Christoph Hirtler. Er ist ausgebildeter Grafiker und hat sich das Fotografieren autodidaktisch angeeignet. Seine Fotoarbeiten wurden an verschiedenen Ausstellungen in der ganzen Schweiz gezeigt. Sein Werk ist zudem in zahlreichen Publikationen präsent. Christoph Hirtler, der heute als selbständiger Fotograf in Altdorf tätig ist, richtet durch seine Linse den Blick auf das Leben der Menschen. Das Nidwaldner Museum besitzt neben dem ausgestellten Exemplar eine ganze Serie Fotografien von ihm, die das Leben in Nidwalden in den frühen 1980er-Jahren dokumentiert.

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