Halsbätti

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Objekt des Monats September 2013

Halsbätti, 36x3 cm, NM 9848
Halsbätti, 36x3 cm, NM 9848

Halsbätti

Im August war der Haarpfeil unser Objekt des Monats. Im September möchten wir nun einen weiteren Teil des Nidwaldner Trachtenschmucks präsentieren: das Halsbätti (von Bätti = Rosenkranz).

Das Halsbätti besteht aus zwei bis neun Reihen Korallen oder Granaten, welche durch vier oder fünf Silberfiligranstücke unterbrochen werden. Häufig werden anstelle von echten Granaten granatfarbene Glasperlen verwendet, da diese sich besser schleifen lassen und deshalb schöner glänzen.

Wie und warum der Trachtenschmuck entstanden ist, lässt sich bis heute nicht mit Sicherheit beantworten. Anlässlich einer Ausstellung zur Nidwaldner Tracht im Stanser Pfarreiheim 1980 wurde die Vermutung geäussert, der Trachtenschmuck aus Silberfiligran sei «nicht Blüte nidwaldnerischen Kunstschaffens». Die Halsbätti erinnerten an den Halsschmuck, der zur Tracht in der Türkei getragen wurde. Somit lägen dessen Ursprünge in den Mittelmeerländern und dem Vorderen Orient. «Mit recht darf angenommen werden, dass unsere ‹Südlandfahrer›, die Nidwaldner die mit Braunvieh und Käse über den Gotthard zogen, Filigranschmuck als Geschenke heimbrachten.»

Getragen wird das Halsbätti nie auf blossem Hals. Es wird stattdessen über einen dünnen, schwarzen Stoff oder ab 1850 über den Stehkragen eines schwarzen Bauernkleides gelegt. Aus Repräsentationsgründen nahm das Halsbätti gegen 1900 beträchtliche Ausmasse an. Mit einer Höhe von bis zu 7 cm war dessen Tragen wohl nicht mehr sehr angenehm. Heute werden wieder kleinere – und somit auch leichtere – Exemplare hergestellt.

In der Sammlung des Nidwaldner Museums befinden sind mehrere Halsbätti. Eine Auswahl wurde letztmals im Rahmen der Ausstellung «Miär sind vo geschter. Trachten Stans – Remixed» (26. Mai bis 7. Juli 2013) gezeigt.

Autorin: Flurina Joray, 2013

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