Geburt Christi von M. P. von Deschwanden

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Objekt des Monats Dezember 2019

Geburt Christi von M. P. Deschwanden
Geburt Christi von M. P. Deschwanden

Eine Weihnachtsszene für Engelberg

Der Stanser Maler Melchior Paul von Deschwanden (10.01.1811 – 25.02.1881) bekam im fortgeschrittenen Alter von 66 Jahren von Abt Anselm Villiger den Auftrag, die Decke der Klosterkirche Engelberg nach einer Renovation neu auszumalen. Deschwanden entwarf rasch einige Vorschläge, die definitive Ausführung überliess er aber – altersbedingt – seinen Schülern. Das Bildprogramm, das von Abt Villiger und Frater Emmanuel Wagner festgelegt wurde, beinhaltete unter anderem einen Marienzyklus in den Hauptfeldern des Chores und des Schiffes. An den Arbeiten beteiligt war nebst anderen auch Jost Troxler. Aus dessen Pinsel stammt die Darstellung der Geburt Jesu in der Engelberger Kirche. Die Vorlage dazu, die – wie erwähnt – wohl von Deschwanden vorgemalt worden war, befindet sich im Nidwaldner Museum.

Dass es sich bei Deschwandens Malerei um eine Vorlage handelt, wird bereits an der eigentümlichen Form des Randes deutlich, die an das Deckenfeld der Klosterkirche angepasst ist, aber auch an der teilweise skizzenhaften Ausführung auf Karton. In einer felsigen Grotte beugt sich Maria betend zur mit Stroh gefüllten Krippe hinunter, in der das Jesuskind liegt. Josef sitzt ihr gegenüber, im Hintergrund verfolgen Ochs und Esel interessiert das Geschehen. Ein Engelspaar schwebt über der Szene. Draussen in der Dunkelheit steht ein Mann, der durch seinen Hut als Hirte zu erkennen ist. Über ihm am Himmel leuchtet auffallend hell ein Stern. Als Betrachterinnen und Betrachter erkennen wir schnell, dass es sich bei dieser Darstellung um die Geburt Christi handelt. Schliesslich stellt dies die Weihnachtsszene schlechthin dar, die uns besonders jetzt in der Adventszeit überall begegnet: Wir treffen sie etwa als festliches Motiv auf Weihnachtskarten, als Krippenfiguren in den Häusern und im öffentlichen Raum oder sogar als Theater in Form von Krippenspielen an. In der bildenden Kunst wurden die Ereignisse rund um die Geburt Christi bereits früh als Bildthema behandelt. Die ältesten Darstellungen finden sich auf frühchristlichen Sarkophagen des 4. Jahrhunderts. Bereits damals gruppierten die Bildhauer häufig Ochs und Esel sowie Hirten um die Krippe mit dem Jesuskind. Zunächst ging es bei den Darstellungen vor allem darum, die Geschehnisse des Evangeliums bildlich festzuhalten. Erst ab der Gotik, also ab ca. 1200, veränderte sich ihre Funktion. Fortan sollten die Gläubigen dazu angeregt werden, sich beim Betrachten der Geburtsszene in das heilsgeschichtliche Geschehen zu vertiefen und sich der Bedeutung des Dargestellten bewusst zu werden: Mit der Geburt Jesu wird Gott zum Menschen, das Bild vermittelt eine der zentralen Lehren des Christentums. Man spricht dabei auch von Andachtsbildern. Diese Tendenz verstärkt sich in der Renaissance noch weiter. Später steht dann vor allem Christus als Lichtbringer im Fokus der Darstellungen. Das 19. Jahrhundert schliesslich zeichnet sich durch auffallend romantisierende Darstellungen der Geburt Jesu aus, wie dies auch bei Deschwandens Entwurf zu sehen ist.  

Warum aber feiern wir ausgerechnet am 25. Dezember den Geburtstag Christi? Über die genaue Entstehung des Weihnachtsfestes herrscht Uneinigkeit, seine Ursprünge gehen aber sicher weit über die Anfänge des Christentums hinaus. Bereits in der Antike gab es die Vorstellung eines von der Jungfrau geborenen Gottes. In Alexandrien etwa feierte man am 25. Dezember den Geburtstag des griechisch-ägyptischen Helios-Aios. Unsere Weihnachtstradition geht aber wohl auf die Römer zurück, die am 25. Dezember das Geburtsfest des Gottes Sol Invictus begingen. Es ist möglich, dass im Laufe des 4. Jahrhunderts diese heidnische Feier durch eine christliche ersetzt wurde, um die neue Religion im Römischen Reich zu stärken. Erst im Jahr 813 erklärte die Mainzer Synode den Tag dann offiziell zum festum nativitas Christi, zum Fest der Geburt Christi, und seither findet das Weihnachtsfest an diesem Tag statt. Zumindest bei uns: In der griechisch-orthodoxen Kirche etwa wird die Geburt Jesu erst am 6. Januar gefeiert, in der armenischen Kirche gar erst am 18./19. Januar. 

Die bildliche Darstellung der Geburt Christi begann also bereits vor der Festlegung der Feier auf den 25. Dezember und blieb auch im 19. Jahrhundert hochaktuell. Deschwanden selbst hat sich zeitlebens für die christliche Kunst engagiert. Ab 1838 begann er, sich für das religiöse Italien und insbesondere Rom zu interessieren, worauf er seine erste Italienreise antrat. Dort begegnete er auch Friedrich Overbeck, einem Vertreter der sogenannten "Nazarener". Diese von deutschen Künstlern des 19. Jahrhunderts in Wien und Rom gegründete Bewegung hatte zum Ziel, die Kunst im Geiste des Christentums zu erneuern. Sie standen vor allem dem katholischen Glauben nahe und orientierten sich in ihrer Malerei an den Darstellungen italienischer und deutscher Meister. Deschwanden schloss sich der Gruppe zwar nie an, sah sich aber in seiner Haltung bestätigt, in erster Linie religiöse Inhalte zu vermitteln und erst in einem zweiten Schritt künstlerisch zu reüssieren. Aufgrund seiner Kompositionen, seiner Farbgebung und seinem Pinselstrich wird Deschwanden bis heute von der Kunstgeschichte – zumindest stilistisch – den Nazarenern zugeschrieben. Vor allem aber sind es seine häufig auf religiöse Motive zurückgreifenden Darstellungen, die eine Verbindung zur Künstlerbewegung erlauben. Die Mystifizierung und Glorifizierung des "reinen Christentums" bestimmte die Kunst von Nazarenern und Deschwanden und ist auch im Entwurf für die Klosterkirche Engelberg ersichtlich. Wenn auch die Szene nicht in einem weihnächtlichen Kontext entstanden ist, so ruft sie heute doch unweigerlich Erinnerungen an diesen wichtigen christlichen Feiertag hervor. In diesem Sinne wünscht das Nidwaldner Museum Ihnen und Ihren Liebsten eine angenehme Adventszeit und bereits jetzt fröhliche Festtage!

Autorin: Bettina Thommen, Dezember 2019

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7. Juni 2020
11.00 Uhr

Abgesagt: Festung Fürigen von 1941 bis heute - Ausnahmezustand und Alltag im Berg

Öffentliche Führung

Festung Fürigen, Kehrsitenstrasse, Stansstad

21. Juni 2020
10.00 - 18.00 Uhr

Abenteuer Amerika - Nidwaldner Pioniergeist im Dienst des Klosters Engelberg

Museumstag - kostenloser Eintritt

Winkelriedhaus, Engelbergstr. 54a, Stans

24. Juni 2020
18.30 Uhr

Annemarie von Matt - widerstehlich

Schlaglicht-Rundgang

Winkelriedhaus, Engelbergstr. 54a, Stans

27. Juni 2020
10.00 Uhr

Annemarie von Matt - widerstehlich

Führung in der Kantonsbibliothek

Kantonsbibliothek Nidwalden, Engelbergstr. 34, Stans

5. Juli 2020
11.00 Uhr

Festung Fürigen von 1941 bis heute - Ausnahmezustand und Alltag im Berg

Öffentliche Führung

Festung Fürigen, Kehrsitenstrasse, Stansstad

8. Juli 2020
18.30 Uhr

Annemarie von Matt - widerstehlich

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Winkelriedhaus, Engelbergstr. 54a, Stans

16. Juli 2020
18.30 Uhr

Annemarie von Matt - widerstehlich

Führung (Auf Anmeldung)

Kantonsbibliothek Nidwalden, Engelbergstr. 34, Stans

2. August 2020
11.00 Uhr

Festung Fürigen von 1941 bis heute - Ausnahmezustand und Alltag im Berg

Öffentliche Führung

Festung Fürigen, Kehrsitenstrasse, Stansstad

19. August 2020
ab 17.30 Uhr

Sommer im Museum

Eröffnungsabend

Winkelriedhaus, Engelbergstr. 54a, Stans

20. August 2020
18.30 Uhr

Sommer im Museum

Im Gespräch

Winkelriedhaus, Engelbergstr. 54a, Stans

21. August 2020
18.30 Uhr

Sommer im Museum

Vortrag

Winkelriedhaus, Engelbergstr. 54a, Stans

23. August 2020
11.00 Uhr

Sommer im Museum

Führung

Winkelriedhaus, Engelbergstr. 54a, Stans

26. August 2020
18.30 Uhr

Sommer im Museum

Schlaglicht-Rundgang

Winkelriedhaus, Engelbergstr. 54a, Stans

27. August 2020
18.30 Uhr

Sommer im Museum

Im Gespräch

Winkelriedhaus, Engelbergstr. 54a, Stans

28. August 2020
18.30 Uhr

Sommer im Museum

Performanceabend

Winkelriedhaus, Engelbergstr. 54a, Stans

30. August 2020
11.00 - 17.00 Uhr

Sommer im Museum

Familiensonntag

Winkelriedhaus, Engelbergstr. 54a, Stans

2. September 2020
18.30 Uhr

Sommer im Museum

Schlaglicht-Rundgang

Winkelriedhaus, Engelbergstr. 54a, Stans

3. September 2020
18.30 Uhr

Sommer im Museum

Im Gespräch

Winkelriedhaus, Engelbergstr. 54a, Stans

4. September 2020
18.30 Uhr

Sommer im Museum

Lesung

Winkelriedhaus, Engelbergstr. 54a, Stans

5. September 2020
ab 17.00 Uhr

Sommer im Museum

Annemarie von Matt-Abend

Winkelriedhaus, Engelbergstr. 54a, Stans

6. September 2020
11.00 Uhr

Festung Fürigen von 1941 bis heute - Ausnahmezustand und Alltag im Berg

Öffentliche Führung

Festung Fürigen, Kehrsitenstrasse, Stansstad

6. September 2020
11.00 Uhr

Sommer im Museum

Führung

Winkelriedhaus, Engelbergstr. 54a, Stans

6. September 2020
13.30 - 16.30 Uhr

Sommer im Museum

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Winkelriedhaus, Engelbergstr. 54a, Stans

11. September 2020
18.30 Uhr

Philipp von Matt - Architekt BDA, Berlin

Vernissage

Winkelriedhaus, Engelbergstr. 54a, Stans

12. September 2020
10.30 Uhr

Philipp von Matt

Stammtisch Denkmalpflege

Winkelriedhaus, Engelbergstr. 54a, Stans

15. September 2020
18.30 Uhr

Annemarie von Matt - widerstehlic

Führung (Auf Anmeldung)

Kantonsbibliothek Nidwalden, Engelbergstr. 34, Stans

17. September 2020
19.00 Uhr

Heepä, gigele, gäitsche - Mundart in der Deutschschweiz

Salzmagazin, Stansstaderstr. 23, Stans

20. September 2020
13.00 - 17.00 Uhr

Familiensonntag

Rätselrundgang

Winkelriedhaus, Engelbergstr. 54a, Stans

4. Oktober 2020
11.00 Uhr

Festung Fürigen von 1941 bis heute - Ausnahmezustand und Alltag im Berg

Öffentliche Führung

Festung Fürigen, Kehrsitenstrasse, Stansstad

28. Oktober 2020
19.00 Uhr

Heepä, gigele, gäitsche - Mundart in der Deutschschweiz

Die Gebirgspoeten - Radio Alpin

Literaturhaus, Alter Postplatz 3, Stans

30. Oktober 2020
18.30 Uhr

Nathalie Bissig

Vernissage

Winkelriedhaus, Engelbergstr. 54a, Stans

1. November 2020
13.00 - 17.00 Uhr

Nathalie Bissig

Familiensonntag

Winkelriedhaus, Engelbergstr. 54a, Stans

1. November 2020
11.00 Uhr

Festung Fürigen von 1941 bis heute - Ausnahmezustand und Alltag im Berg

Öffentliche Führung

Festung Fürigen, Kehrsitenstrasse, Stansstad

25. November 2020
18.30 Uhr

Philipp von Matt

Führung

Winkelriedhaus, Engelbergstr. 54a, Stans