Sammelstelle archithese – Samuli Blatter, Katalin Deér, Gregor Eldarb, Sophie Nys
4. November bis 11. Februar 2018

Winkelriedhaus, Engelbergstr. 54a, 6370 Stans
Mi 14 - 20 Uhr, Do-SA 14 - 17 Uhr, So 11 - 17 Uhr (geschlossen: Montag und Dienstag sowie 1. Januar / Schmutziger Donnerstag / 25. + 26. Dezember)
Eröffnung: 03.11.2017, 18.30 Uhr

Sammelstelle archithese – Samuli Blatter, Katalin Deér, Gregor Eldarb, Sophie Nys

Eine Zeitschrift in Form einer Schriftenreihe – in den 1970er Jahren ermöglichte die neu gegründete Architekturzeitschrift archithese einen kritischen Blick auf aktuelle
und historische Themen der Architektur. 40 Jahre später dienen die frühen Ausgaben der Jahre 1972 bis 1976 vier Künstlerinnen und Künstlern als Bezugsphänomen. Katalin Deér (*1965 USA, lebt in St. Gallen), Sophie Nys (*1974 Belgien, lebt in Brüssel), Gregor Eldarb (*1971 Polen, lebt in Wien) und Samuli Blatter (*1986 Finnland, lebt in Luzern) nehmen die ersten 20 Hefte als Ausgangspunkt für ihre eigenständigen Interpretationen und räumlichen  (Re-)Aktivierungen.
Die Schriftenreihe archithese ist mit Nidwalden eng verbunden. Der Hergiswiler Architekt Hans Reinhard gründete 1971 gemeinsam mit dem aus Luzern stammenden Kunsthistoriker Stanislaus von Moos die Fachzeitschrift, «um einen konstruktiven Beitrag zur Lösung der heutigen Architekturprobleme zu leisten». Rasch entwickelte sich das Magazin zu einem intellektuellen Forum für Fragen des Städtebaus, des sozialen Bauens oder der Bedeutung der Denkmalpflege und der Architektur im In- und Ausland.
Dem Titel und der Idee der Architekturzeitschrift verpflichtet, bildet die Ausstellung eine Plattform, auf der verschiedene Haltungen und Perspektiven aufeinandertreffen. Von Beginn an war die Reihe keine illustrierte Hochglanzbroschüre, sondern eine Publikation, die den geistigen Hintergrund ins Zentrum stellte. Trotzdem wirken die kleinformatigen Hefte der ersten Serie wie Werkzeuge – nicht nur für den intellektuellen Gebrauch, sondern auch zur praxisorientierten Handhabe. Die Ausstellung Sammelstelle archithese bringt die Zeitschriftenreihe ins Gespräch mit zeitgenössischer Kunst und erweitert ihren Wirkungskreis somit in eine neue Dimension.

Medienecho

Beitrag 041 Kulturmagazin

Beitrag art-tv


Veranstaltungen

Freitag, 3. November 2017, 18.30 Uhr
19.00 Uhr: Begrüssung durch Stefan Zollinger, Vorsteher Amt für Kultur/
Leiter Nidwaldner Museum; Grusswort von Res Schmid, Bildungsdirektor
Kanton Nidwalden; Ausstellungseinführung durch Patrizia Keller, Kuratorin.
Im Anschluss findet ein öffentliches Vernissage-Essen im Museum statt.
Zur Ausstellung erscheint das Nidwaldner Kunstheft N°12.

Mittwoch, 15. November 2017, 18.30 Uhr
(normaler Eintritt)
Schlaglicht-Rundgang durch die Ausstellung mit Søren Linhart, Dipl. Architekt SIA BSA SWB und Jørg Himmelreich, Chefredaktor archithese.
Moderation: Eva-Maria Knüsel, Leitung Vermittlung Nidwaldner Museum

Mittwoch, 13. Dezember 2017, 18.30 Uhr
(normaler Eintritt)

Rundgang durch die Ausstellung mit Patrizia Keller

Mittwoch, 31. Januar 2018, 18.30–19.30 Uhr
(normaler Eintritt)
Podium «archithese. recycled?», mit Katalin Deér, Künstlerin; Stanislaus von Moos, Kunsthistoriker; Ákos Moravánszky, Architekturtheoretiker; Nina Paim, Designerin; Hans Reinhard, Architekt. Moderation: Gabrielle Schaad, Kunsthistorikerin.

Freitag, 2. Februar 2018, 20.00 Uhr
Eintritt: CHF 25.- Normaltarif; CHF 15.- ermässigt

"La transformation (Umbau)", eine Lecture-Performance von Anna Hohler und Hélène Cattin nach Texten von Adolf Loos.

Dauer ca. 1 Stunde.

 



Gastprojekt Kunsttreff 13: in cavo — Moritz Hossli: KILO TANGO EINS DREI EINS DREI
4. November bis 11. Februar 2018

Winkelriedhaus, Engelbergstr. 54a, 6370 Stans
Mi 14 - 20 Uhr, Do-SA 14 - 17 Uhr, So 11 - 17 Uhr (geschlossen: Montag und Dienstag sowie 1. Januar / Schmutziger Donnerstag / 25. + 26. Dezember)

Gastprojekt Kunsttreff 13: in cavo

Vernissage: 13. Oktober 2017, 19.00 Uhr

weitere Informationen www.kunsttreff13.ch

Nachhall und Witterung. Ausgewählte Werke aus der Sammlung des Nidwaldner Museums
Dauerausstellung

Winkelriedhaus, Engelbergstr. 54a, 6370 Stans
Mi 14 - 20 Uhr, Do-SA 14 - 17 Uhr, So 11 - 17 Uhr (geschlossen: Montag und Dienstag sowie 1. Januar / Schmutziger Donnerstag / 25. + 26. Dezember)

Nachhall und Witterung. Ausgewählte Werke aus der Sammlung des Nidwaldner Museums


Der Begriff «Nachhall» bezeichnet kontinuierliche Reflexionen von Schallwellen in einem geschlossenen Raum oder in einem natürlich begrenzten Bereich. Als Terminus der Inspiration bedeutet er auch Rückblick oder Rückschau auf relevante Themengebiete, Stilrichtungen und Figuren, die einen Zeitabschnitt geprägt haben. In diesem Sinne handelt es sich beim Nachhall um einen Klang, der sich als Erinnerungsmoment in unserem Gedächtnis festzusetzen vermag um Entwicklungsprozesse in der Gesellschaft, der Politik, der Geschichte und auch der Kunstgeschichte nachvollziehen zu können.

Der Begriff «Witterung» bezeichnet Umbrüche und Veränderungen. In der Klimaforschung ist er immer auf ein bestimmtes Gebiet bezogen und steht für die regionale Auswirkung von aktuellem Wetter und lokalem Klima; insbesondere in Bezug auf die erfahrbaren Elemente wie Niederschlag, Temperatur, Wind, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit. Einem Seismografen gleich bildet das Kunstschaffen feine und starke Erschütterungen ab, die sich thematisch sowie medial auf vielfältige Art und Weise manifestieren.

In einem historischen Gebäude, das um 1450 erstellt, später erweitert und umgebaut wurde, eine Ausstellung mit Kunstwerken aus vier Jahrhunderten einzurichten, ist eine Herausforderung. Die Säle, Zimmer und Kammern des Winkelriedhauses sind geprägt durch starke formale Elemente, die neben der Gestaltung von Wänden, Decken und Böden auch in den Raum hinein wirken: Kachelöfen und ausgestaltete Säulenelemente bestimmen des Weiteren die Struktur der Architektur. In den bürgerlichen Museen des 18. und 19. Jahrhunderts war die höfische Art der Präsentation von Kunstobjekten auf farbigen Wandbespannungen und lebhaft ausgestalteten Tapeten üblich. Die grossbürgerlichen Interieurs entwickelten sich nach und nach zu wohnraumähnlichen Arrangements. Ein weiteres Merkmal dieser Präsentationsform war die Hängung mehrerer Bilder in unterschiedlichen Formaten über- und nebeneinander. Eine Vorreiterrolle kam dabei den Impressionisten zu: Ihre Verkaufsausstellungen um 1870 präsentierten sie in ihren Werkstätten, die sie als Ateliers verstanden. Ab 1888 wurde die Farbe Grau für die Stoffbespannung der Wände favorisiert. Zur selben Zeit entwickelte sich auch die einreihige Hängung – die durchschnittliche menschliche Augenhöhe wurde dabei als Massstab genommen und zur Konvention. Erst in den späten 1980er Jahren wandte sich die Kunstwissenschaft der Ausstellungsgeschichte zu. Brian O’Doherty veröffentlichte 1976 den Essay «Inside the White Cube», in welchem er erstmals den internationalen Standard der modernen Ausstellungspraxis zeitgenössischer Kunst analysierte. Sein Hauptaugenmerk lag insbesondere auf dem weissen Galerieraum und dessen typischen Bestandteilen.

Für die Konzeption unserer Sammlungspräsentation wurde ein Ansatz gewählt, der anachronistisch anmuten mag. Zu Beginn der Konzeption setzten wir uns mit Erzählweisen auseinander, welche die Geschichte der Kunst nicht linear erzählen, sondern Zugänge über thematische Felder ermöglichen. In diesem Prozess spielte bald die Rücksichtnahme auf das Gebäude und eine sorgfältige Ausein-andersetzung mit der Architektur eine wichtige Rolle. Diese trug dazu bei, die Räume monografisch zu struktu¬rieren: Die Künstler/-innen erhielten jeweils einen eigenen Raum, und die Dramaturgie der Ausstellung folgt nun einem groben chronologischen Ablauf. Ohne didaktisch zu werden haben wir versucht, mittels der Ausstellungsarchitektur zeitübergreifende Zusammenhänge erfahrbar zu machen. Zusammen mit dem Team von gasser, derungs Innenarchitekturen GmbH suchten und fanden wir Lösungen, um die Räume in ihrer Wirkung zu unterstützen und für die ausgewählten Werke eine spannungsreiche Präsentationsform zu finden.

Sammeln, bewahren und vermitteln
Leitgedanken für die Auswahl der Kunstwerke über drei Stockwerke des historischen Winkelriedhauses waren auf der einen Seite das Aufzeigen der komplexen Möglich¬keiten der Kunst und auf der anderen Seite das Herausstreichen der historischen Bedeutung sowie der Sammlungs¬schwerpunkte. Die kantonale Sammlung des Nidwaldner Museums umfasst rund 16’000 Objekteinträge im digitalen Archiv. Diese materiellen Gegenstände dokumentieren die Kultur- und Kunstgeschichte des Kantons. Der Sammlungsbestand bildet die Grundlage des Nidwaldner Museums und dessen Pflege gehört als gesellschaftlicher Bildungsauftrag zu den Hauptaufgaben des Hauses.

Ausgestellte Werke von: Johann Melchior Wyrsch, Melchior Paul von Deschwanden, Jakob Joseph Zelger, Annemarie von Matt, Hans von Matt, Heini Gut, Paul Stöckli, Barbara* Gut, Arnold Odermatt, Paul Lussi, Judith Albert

Die Ausstellung wurde kuratiert von Nadine Wietlisbach. Ein Handbuch mit Beiträgen von Konrad Bitterli, Fabrizio Brentini, Miodrag Roncevic, Isabel Fluri, Regula Odermatt, Christian Graeff, Doris Fässler, Marianne Wagner und Nadine Wietlisbach dient der Orientierung und vertieften Auseinandersetzung in der Ausstellung.

Jeden Monat findet ein Rundgang mit unterschiedlichen Schwerpunkten durch die Ausstellung statt. Die Daten finden Sie auch unter „Kalender“.

Hier gelangen Sie zum Beitrag von art-tv
http://www.art-tv.ch/11212-0-Nidwaldner-Museum-im-Winkelriedhaus-Nachhall-und-Witterung.html

Workshops für Schulen
Das Vermittlungsteam des Nidwaldner
Museums bietet stufengerechte
Workshops zur Ausstellung an.
Auf Anmeldung, museum@nw.ch oder 041 618 73 40

Kalender
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Kalender

13. Dezember 2017
18.30 Uhr

Sammelstelle archithese - Samuli Blatter, Katalin Deér, Gregor Eldarb, Sophie Nys

Öffentliche Führung

Winkelriedhaus, Engelbergstr. 54a, Stans

31. Januar 2018
18.30 - 19.30 Uhr

Sammelstelle archithese – Samuli Blatter, Katalin Deér, Gregor Eldarb, Sophie Nys

Podium

Winkelriedhaus, Engelbergstr. 54a, Stans

2. Februar 2018
20.00 Uhr

Sammelstelle archithese - Samuli Blatter, Katalin Deér, Gregor Eldarb, Sophie Nys

Lecture Performance

Winkelriedhaus, Engelbergstr. 54a, Stans